Mit Worten die Welt verändern

Afrodeutscher Rap und Podiumsgespräch zur Ausstellungseröffnung
Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Diane Pohl, aus Südafrika stammende IT-Beraterin und Sprecherin des Migrations- und Integrationsbeirats im Landkreis Dachau, eröffnet die Ausstellung zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Sie ist selbst in letzter Zeit zunehmend rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Das sagte sie jüngst in ihrer Rede auf der großen Dachauer Demo "Demokratisch. Vereint. Kämpfen.", in der sie alle zum Einschreiten bei solchen Vorfällen aufrief.

Für die Veranstalter begrüßt Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und Gründungsmitglied des Vereins "Runder Tisch gegen Rassismus Dachau". Er erinnert dabei an Heinz Kerz (1920-1980), der als afrodeutscher Jugendlicher zwangssterilisiert und 1943 ins KZ Dachau verschleppt wurde. Nach der Befreiung kehrte er in seinen Heimatort im Rheinland zurück, engagierte sich als Fußballtrainer und Schwimmlehrer und wurde für die SPD in den Gemeinderat gewählt. 2005 benannte man die neue Sporthalle nach ihm.

Es schließt sich ein Podiumsgespräch an mit Kharis Ikoko, aus dem Kongo stammende Künstlerin, Bildungsreferentin und Antirassismus- und Empowerment-Trainerin, Modupe Laja, afro-deutsche Literaturwissenschaftlerin, Kuratorin und bildungspolitische Referentin sowie Aktivistin bei "ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland", und Valerie Viban, aus Kamerun stammender Referent für Antirassismus- und Dekolonisierungsarbeit bei "Brot für die Welt" und Kurator der Ausstellung. Die Moderation übernimmt Anne Dreyer, Abteilungsleiterin Kommunikation bei "Brot für die Welt".

Kharis Ikoko belässt es nicht bei gesprochenen Statements. Die unter ihrem Künstlernamen "Kokonelle" bekannte Münchner Sängerin bereichert die Veranstaltung auch musikalisch als mehrsprachige Rapperin.

Pfarrer Gerhard Last von der Friedenskirche Dachau stimmt zum Abschluss "We shall overcome" an, die Hymne der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung, und lädt zu weiteren Angeboten in den Wochen gegen Rassismus ein.

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Bildrechte Friedenskirche Dachau

Die Ausstellung "Mit Worten die Welt verändern" entstand 2025 bei "Brot für die Welt" im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. in Berlin, basierend auf dem Buch „Ein rassismuskritisches Alphabet“. Darin ordnet Tupoka Ogette jedem Buchstaben von A bis Z einen Begriff rund um das Thema Rassismus zu, hinterfragt Denkgewohnheiten, deutet auf Alltagsrassismus hin und zeigt Möglichkeiten auf, wie wir rassismuskritisch denken und leben können. Die Autorin wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen Studenten und einer deutschen Studentin geboren. Tupoka Ogette schickt zur Ausstellungseröffnung eine Videobotschaft.

Die Ausstellung wird während der Internationalen Wochen gegen Rassismus gezeigt, vom 15. März bis zum 2. April 2026. 

Die Friedenskirche ist in der Regel täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 
In Kooperation von: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V., Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau, Kreisjugendring Dachau, Brot für die Welt, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und Evangelisch-Lutherische Friedenskirche Dachau