Neuer Stolperstein & Gedenkabend

Familie Hirsch
Bildrechte Versöhnungskirche Dachau

Dachau, 21. Mai 2026

Nach der Verlegung des ersten Stolpersteins in der Pfarrstraße in der Dachauer Altstadt (9 Uhr) folgt im Ludwig-Thoma-Haus am Abend eine Gedenkveranstaltung für insgesamt neun Dachauer NS-Opfer (19 Uhr).

Zu den erinnerten Opfern zählt ein Kind und dessen Familie: Das antisemitisch verfolgte Ehepaar Hedwig Hirsch-Materna (katholisch) und Heinrich Hirsch (jüdisch) wurde wegen der jüdischen Herkunft des Ehemanns am 9. November in Dachau verhaftet und am folgenden Tag zwangsweise auf Anordnung des Bürgermeisters aus der Stadt weggeschafft. Mit ihnen zusammen ihre evangelische Enkeltochter Ruth Ziegler, die aber nach zwei Wochen im Jüdischen Kinderheim in München zu ihrer (katholischen) Großmutter Ziegler zurückgebracht wurde. Die Großeltern Hirsch und Großmutter Ziegler kümmerten sich um Ruth, weil deren evangelische Mutter Elisabeth Ziegler, geb. Hirsch, 1925 kurz nach der Geburt ihrer Tochter Ruth verstorben war.

Die Verfolgungsmaßnahmen im Umfeld der Pogromnacht trafen also nachweislich auch Mitglieder der evangelischen Gemeinde in Dachau. Ruth Ziegler, geb. am 19.3.1925, schilderte in den 1980er Jahren dem SZ-Journalisten Hans Holzhaider, dass sie bei der Beerdigung ihres Großvaters Heinrich Hirsch auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München im August 1940 ihr schwarzes Konfirmationskleid trug. Ruth Ziegler blieb bis zum Tod unverheiratet und lebte bis ins hohe Alter in der Dachauer Altstadt.

Es sprechen:

  • Prof. Dr. Annette Eberle
  • Anna Andlauer
  • Dr. Björn Mensing

Mit einem Grußworten von OB Florian Hartmann

Musikalische Umrahmung: Oh Happy Day Chor - inklusiv mit Herz e.V. (Leitung: Manfred Herrmann)